Ärzte Zeitung, 19.11.2009

Immer mehr deutsche Kinder sind zu dick

WUPPERTAL (hom). Immer mehr Kinder in Deutschland leiden an Übergewicht, Allergien und psychischen Störungen. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Barmer Ersatzkasse und des F.A.Z-Institutes hervor. Dabei wurden 1 000 Erwachsene zur Gesundheitsprävention bei Kindern befragt. Knapp 90 Prozent stellen demnach Übergewicht und Allergien häufiger fest als in der Vergangenheit.

Barmer-Vizechefin Birgit Fischer forderte, Präventionsprojekte müssten in Kindergärten und Schulen beginnen, "um schon hier spielerisch gesundheitsbewusstes Verhalten zu vermitteln".

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[20.11.2009, 12:33:27]
Franz-J. Gigout 
„Gesundheitsprävention“ – so ansteckend wie die Schweinegrippe!
Das Unwort „Gesundheitsprävention“ infiziert immer weitere Kreise der Fachöffentlichkeit und der Politik. Keiner, der dieses Unwort benutzt, hat sich offensichtlich jemals die Bedeutung dieses Kompositums deutlich gemacht. Wer sich für „Gesundheitsprävention“ stark macht, der macht sich stark für die „Verhütung der Gesundheit“.
Prävention stammt vom lateinischen praevenire (zuvorkommen, verhüten) und man bezeichnet damit vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Gesundheit als unerwünschtes Ereignis, dem man zuvorkommen möchte, da sträuben sich uns doch die Nackenhaare.
Und die Seuche greift unaufhaltsam um sich, wie die Schweinegrippe. Auch in unseren eigenen Reihen der Gesundheitsförderer bleiben wir davon nicht verschont, sämtliche Parteien und die Ministerien sind bereits vom „Gesundheitspräventionsvirus“ befallen. Träger von Fort- und Weiterbildung und die Anbieter am freien Markt stürzen sich geradezu auf das Unwort. Sie bieten Beratung in allen Fragen der Gesundheitsprävention an und propagieren Langzeitausbildungen zum „Gesundheitspräventionsberater“. Zwei Autoren haben einen Verlag für ihren Sammelband „Gesundheitsprävention bei Kindern und Jugendlichen“ gefunden. (Eine umfangreiche Linksammlung zur „Gesundheitsprävention“ können Sie bei der LAGS anfordern.)
Bitte helfen Sie mit, dieses Unwort in Ihrem Arbeits- und Einflussbereich wieder zurückzudrängen. Sonst diskreditieren wir mittelfristig unsere eigene Arbeit und geben uns letztlich der Lächerlichkeit preis. Trauen Sie sich ruhig, Ihr Gegenüber zu verbessern und achten Sie in Ihren Texten und Veröffentlichungen darauf, dass der „Gesundheitsprävention“ keine Chance gegeben wird. Schlagen Sie „Gesundheitsprävention“ bei der Sprachwissenschaft der Uni Frankfurt als Unwort des Jahres 2009 vor, und wir bleiben weiter bei unserer guten alten Bezeichnung „Gesundheitsförderung“.

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