Ärzte Zeitung, 30.11.2009

Kommentar

Modell, das Schule machen sollte

Von Christoph Fuhr

Lehrer an deutschen Schulen sind keine Sozialarbeiter. Dafür sind sie in der Regel auch gar nicht ausgebildet. Und geschult für Aufgaben, die eigentlich ein Psychologe übernehmen müsste, sind Lehrer auch nicht. Aber immer häufiger stehen Pädagogen vor Herausforderungen, an denen sie scheitern können.

Psychisch auffällige Kinder, oft hasserfüllt, frustriert, suizidgefährdet, halt- und orientierungslos, gehören inzwischen zum Schulalltag und benötigen Hilfe. Hier setzt das Projekt "Aufsuchende Schulsprechstunde" ein, das von den BKKen in Nordrhein-Westfalen zusammen mit einem Team von Essener Ärzten und Psychologen initiiert wurde: Lehrer drücken den Alarmknopf, wenn ihnen abnormes Verhalten von Schülern auffällt.

In Absprache mit den Eltern kann solchen Kindern und Jugendlichen therapeutisch geholfen werden. Diese Kombination der Aufmerksamkeit von Lehrern mit der psychologischen Kompetenz von Therapeuten ist ein konkreter Ansatz, wie möglichen Amokläufen von Schülern vorgebeugt werden könnte.

Das Beispiel von Essen zeigt, dass der Betroffenheit nach den schrecklichen Amokläufen auch Taten folgen können: Es sollte daher überregional eine Chance bekommen.

Lesen Sie dazu auch:
Damit der Klassenclown nicht Amokläufer wird

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