Ärzte Zeitung online, 23.12.2009

Ägypten lässt 500 kranke Palästinenser für Klinikbesuche über Gaza-Grenze

AL-ARISCH (dpa). Ägypten hat am Mittwoch den Grenzübergang Rafah kurzzeitig geöffnet, um rund 500 palästinensische Kranke die an sich geschlossene Grenze zum Gazastreifen passieren zu lassen. Die Betroffenen können an diesem und am folgenden Tag zu Krankenhausbehandlungen nach Ägypten reisen oder von solchen zurückkehren, bestätigten Polizeikreise in der Provinzhauptstadt Al- Arisch. Der Schritt erfolgte inmitten einer Debatte um die Verstärkung der ägyptischen Grenzbefestigungen am Gazastreifen.

Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul-Gheit hatte am Vorabend erklärt, dabei handele es sich um "eine innere ägyptische Angelegenheit, die die nationale Sicherheit des Landes berührt". Der Sprecher der in Gaza herrschenden islamistischen Hamas, Sami Abu Suhri, sagte: "Wir reden hier von einer stählernen Grenze zwischen zwei Völkern, von denen eines (die Palästinenser in Gaza) unter Belagerung lebt."

Der Gazastreifen wird von Israel und Ägypten nahezu hermetisch abgeriegelt. Zehntausende Palästinenser aus dem Gazastreifen hatten Anfang 2008 die Grenze bei Rafah gestürmt und durchbrochen. Unter der Grenze zu Ägypten verlaufen außerdem hunderte Schmugglertunnels, durch die Konsumgüter und Waffen in den Mittelmeerstreifen gebracht werden.

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