Ärzte Zeitung, 12.01.2010

In Klinik und Praxis variieren Kosten von Krankheiten stark

Psychische Erkrankungen repräsentieren im stationären Sektor größten Kostenposten

BERLIN (fst). Das Gros der volkswirtschaftlichen Kosten von Krankheiten entfällt in Deutschland auf nur wenige Krankheitsbilder.

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In stationären Einrichtungen ist der Kostenanteil von Neubildungen - besonders Krebs - mehr als dreimal so groß wie in der ambulanten Versorgung.

Das geht aus neuen Zahlen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes für das Jahr 2006 hervor. Danach entstanden im ambulanten Sektor (Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Gesundheitshandwerk, ambulante Pflege) Kosten von insgesamt 118,6 Milliarden Euro. Die Kosten für stationäre Einrichtungen (Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, teilstationäre Pflege) addierten sich auf 90,1 Milliarden Euro. Gemeinsam ist beiden Versorgungssektoren, dass nur vier Erkrankungsbilder ursächlich für rund 50 Prozent der Gesamtkosten sind.

Allerdings unterscheidet sich die Kostenträchtigkeit einzelner Erkrankungen je nach Versorgungssektor stark. So entfallen in der ambulanten Versorgung rund ein Fünftel der Kosten - das entspricht 24,4 Milliarden Euro - auf Erkrankungen des Verdauungssystems. In Kliniken sind dies dagegen nur 6,4 Prozent.

In der (teil-)stationären Versorgung bilden psychische Verhaltensstörungen mit 16 Milliarden Euro den größten Kostenposten, dicht gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 15,9 Milliarden Euro. Auf Rang 3 der Erkrankungsbilder liegen Neubildungen - besonders Krebs - mit 10,9 Milliarden Euro (12,1 Prozent; ambulant: 3,8 Prozent).

Insgesamt verursachten im Jahr 2006 Krankheiten volkswirtschaftliche Kosten von 236 Milliarden Euro (wir berichteten).

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