Ärzte Zeitung, 13.01.2010

Kommentar

Faire Chance für Röslers neuen Mann

Von Christoph Fuhr

Der Mann war bisher Vize-Direktor der Privaten Krankenversicherung PKV, jetzt holt ihn Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler ins Berliner Ministerium. Christian Weber (53) soll dort Abteilungsleiter für Grundsatzfragen werden.

Klar, dass Mitglieder der Oppositionsparteien jetzt schimpfen wie die Rohrspatzen. Der Bock werde zum Gärtner gemacht, die Entscheidung sei an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Knallharte Klientelpolitik für seinen alten Arbeitgeber werde der neue Mann machen, na klar, was denn sonst?

Klappern und Kritik gehören zum Geschäft, man muss der Opposition das nachsehen. Aber die Realität sieht bei genauerer Betrachtung anders aus: Solche Positionswechsel hat es in der Politik immer mal wieder gegeben. Beispiel Franz Knieps, früherer Leiter der Abteilung Krankenversicherung, der von Ulla Schmidt berufen wurde: Knieps kam von der AOK und traf dann im Laufe seiner Amtszeit Entscheidungen, mit denen seine alten Arbeitgeber längst nicht immer einverstanden waren.

So viel ist sicher: Christian Weber, der als ein exzellenter Kenner des Gesundheitswesens gilt, hat gar keine andere Option: Er wird bei seiner Arbeit die Interessen aller Bürger im Blick behalten. Der Mann hat eine faire Chance verdient.

Lesen Sie dazu auch:
Personalie Röslers löst gedämpfte Freude in der PKV aus

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »