Ärzte Zeitung, 28.01.2010

Hilfsmaterial in Haiti kann nicht verteilt werden

DAVOS (dpa). Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat die Weltwirtschaft aufgerufen, Geld für Haiti bereitzustellen und dort zu investieren. "Sie werden es nicht bereuen und sich besser fühlen, wenn Sie sich beteiligen", sagte Clinton, der UN-Sonderbeauftragter für Haiti ist, am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Nach Angaben Clintons sind derzeit in Haiti schon genug Helfer. Auch das Hilfsmaterial komme an, doch könne es kaum verteilt werden. Dazu müssten kleine Lastwagen beschafft werden, und dazu brauche man wiederum Geld.

Eine junge Haitianerin hat 15 Tage unter den Trümmern eines vom Erdbeben zerstörten Wohnhauses überlebt. Ein französisches Team rettete die 16-Jährige am Mittwoch, berichtete der US-Fernsehsender CNN.

Bei dem Beben der Stärke 7,0 seien mindestens 170 000 Menschen ums Leben gekommen, erklärte unterdessen Staatspräsident René Préval auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatten die Behörden die Zahl der Toten mit mindestens 150 000 Menschen angegeben.

Mehr als 130 Menschen konnten die Einsatzkräfte bislang lebend aus den Trümmern bergen. In der Nacht zum Donnerstag erschütterte ein Nachbeben der Stärke 4,1 Haiti. Über Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Schwierig ist nach wie vor die Lage der Obdachlosen, die Vereinten Nationen schätzt ihre Zahl auf 800 000 bis zu einer Million. "Wir suchen verzweifelt Zelte und Behelfsunterkünften" sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

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