Ärzte Zeitung, 09.02.2010

Angst vor Jobverlust raubt vielen den Schlaf

Vier Millionen Betroffene / DAK-Gesundheitsreport

BERLIN (hom). Rund vier Millionen Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter schweren Schlafstörungen. Gründe dafür sind Stress am Arbeitsplatz und die wachsende Angst vor Arbeitslosigkeit.

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Schlaflos: Viele Deutsche können nachts nicht mehr gut schlafen. © Wigger / DAK

Das geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Gesundheitsreport 2010 der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) hervor. Für die Studie wurden die Krankschreibungen von 2,5 Millionen DAK-Mitgliedern ausgewertet. Darüber hinaus befragte die Kasse rund 3000 Arbeitnehmer im Alter zwischen 35 bis 65 Jahren nach Problemen beim Schlafen.

21 Prozent der Befragten gaben an, häufig an Schlafstörungen zu leiden. 28 Prozent sagten, sie hätten manchmal Probleme beim Schlafen. DAK-Chef Herbert Rebscher sagte, bei der Größenordnung des Problems könne schon von einer "Volkskrankheit Schlafstörung" gesprochen werden.

Der Leiter des Interdisziplinären Forschungs-Schlaflabors an der Berliner Charité, Professor Ingo Fietze, warnte davor, Schlafstörungen zu bagatellisieren. Zu wenig Schlaf sei definitiv ungesund. Menschen, die weniger als sechs Stunden am Tag schliefen, hätten eine verkürzte Lebenserwartung, betonte Fietze. Erste Studien belegten auch einen Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und Bluthochdruck.

Menschen, die an Schlafstörungen litten, sollten spätestens dann den Arzt aufsuchen, "wenn das Problem länger als vier Wochen andauert und es drei bis vier Mal die Woche auftritt", so Fietze. Haus- und Fachärzte müssten Patienten gezielt fragen, ob sie gut schlafen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Volkskrankheit Schlafstörungen

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