Ärzte Zeitung, 10.03.2010

Bahr fordert mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen

ESSEN (iss). Im Gesundheitswesen muss nach Einschätzung von Daniel Bahr, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, die Leistungsgerechtigkeit eine größere Rolle spielen als bisher. "Wir orientieren uns bei den Ärzten und den Krankenhäusern am Mittelmaß und glauben, dafür Spitzenleistung zu bekommen", sagte Bahr beim "Gesundheitskongress des Westens 2010" in Essen. Es sei notwendig, hier neue Anreize zu setzen. Das gelte auch für die ärztliche Vergütung.

Bahr kritisierte, dass es dem Ministerium bisher an Datenmaterial fehle, um die Auswirkungen der Honorarreform bei den niedergelassenen Ärzten analysieren zu können. "Wir wissen, dass mehr Geld geflossen ist, aber wir wissen nicht, wo es geblieben ist." Zwischen den Regionen und den Fachgruppen gebe es offensichtlich große Unterschiede. "Wir müssen uns genau ansehen, wo die Ursachen liegen, aber dafür brauchen wir die Daten", sagte er. Es sei das Ziel der Reform gewesen, das ärztliche Vergütungssystem transparenter und einfacher zu machen. "Daran gibt es gewisse Zweifel", betonte Bahr.

Beim Kampf gegen den sich abzeichnenden Ärztemangel und Versorgungsprobleme in der Fläche sieht Bahr nicht nur die Politik in der Pflicht. Hier müssten beispielsweise auch die Kliniken einen Beitrag leisten, forderte er. "Die Krankenhäuser müssen ihre Prozesse besser auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf abstimmen", sagte Bahr. Auch die Kassenärztlichen Vereinigungen bauen seiner Einschätzung nach noch zu sehr auf dem alten Familienbild auf, etwa bei der Vergabe von Vertragsarztsitzen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Wer wird Galenus-Preisträger 2018?

Heute Abend ist es soweit: Im Rahmen einer feierlichen Gala werden wieder innovative Arzneimittel und hervorragende Grundlagenforscher mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis ausgezeichnet. 13 Innovationen sind im Rennen. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »