Ärzte Zeitung, 22.03.2010

Lebensmittel: Keine Ampel, aber mehr Informationen

BRÜSSEL (taf). Eine verpflichtende Kennzeichnung von Nährwerten in Nahrungsmitteln durch den Aufdruck von Signalfarben auf der Verpackung von Colagetränken oder Süßfruchtsäften wird es nicht geben. Der Gesundheitsauschuß des Europäischen Parlaments (EP) sprach sich stattdessen dafür aus, dass die Hersteller klare Informationen über die acht wichtigsten Inhaltsstoffe auf der Verpackung geben müssen. Dazu gehören Fett, Zucker, Salz, Eiweiß, Kohlenhydrate sowie der Energiewert.

"Die Ampel mit ihren willkürlichen Schwellenwerten ist wissenschaftlich nicht fundiert und kann zu Mangelernährung führen", so die EP-Berichterstatterin Renate Sommer (CDU). "Eine zuckerfreie Cola mit Süsstoff bekäme 'grün‘ und der naturtrübe Apfelsaft 'rot‘, nur weil er Fruchtzucker enthält."

Nun soll der Brennwert in Kilokalorien je 100 Gramm noch auffälliger auf Verpackungen platziert werden. Auch Informationen über Salz, Zucker, Fette und andere Stoffe sollen die Hersteller geben. Ein besonderer Hinweis ist für gentechnisch veränderte oder mit Nanopartikeln behandelte Nahrungsmittel vorgesehen.

Gegen die Ampel waren vor allem Süßwarenhersteller Sturm gelaufen. Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) ist keine Freundin der Ampel. Gegen den Widerstand der Konservativen im Umweltausschuss konnte durchgesetzt werden, dass das Herkunftsland für Produkte aus Fleisch, Geflügel und Milch sowie für Obst und Gemüse immer angegeben werden muss.

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