Ärzte Zeitung, 25.03.2010

Kassen verweigern öfter Mutter-Kind-Kuren

BERLIN (dpa). Immer häufiger verweigern die gesetzlichen Krankenkassen Geld für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren. 2009 sei die Ablehnungsquote um vier Prozent auf 31 Prozent der Anträge gestiegen, kritisierte das Müttergenesungswerk am Mittwoch in Berlin.

Die Ausgaben der Kassen sind nach den jüngsten Zahlen des BMG bei den entsprechenden Leistungen für Mütter und Kinder um 5,6 Prozent gesunken, während die Gesamtausgaben um sechs Prozent stiegen. "Der gesetzliche Anspruch für Mütter ist geregelt, aber es gibt ein deutliches Umsetzungsproblem bei den Krankenkassen", kritisierte MGW-Geschäftsführerin Anne Schilling.
2009 nahmen nur noch 43 000 Mütter und 64 000 Kinder an Vorsorge- und Reha-Maßnahmen des Müttergenesungswerkes teil - sechs Prozent weniger als 2008.

Die Kassen begründeten eine Ablehnung vor allem mit dem Grundsatz, dass ambulante Maßnahmen nicht ausgeschöpft seien. 2007 hatte eine Studie des Bundesfamilienministeriums ergeben, dass 2,1 Millionen Mütter in Deutschland kurbedürftig sind. Schilling empfahl allen betroffenen Frauen, Widerspruch gegen die Ablehnung ihres Kurantrags einzulegen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »