Ärzte Zeitung, 06.04.2010

DGB macht Front gegen Gesundheitsprämie

BERLIN (dpa). Die Gewerkschaften drohen mit höheren Lohnforderungen für den Fall, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung die geplante Gesundheitsreform umsetzt. Die Arbeitnehmervertreter würden nicht stillschweigend hinnehmen, dass "die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen einseitig von den Beschäftigten getragen wird", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, dem "Hamburger Abendblatt". 

DGB-Chef Sommer wandte sich dagegen, dass der Beitrag der Arbeitgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung eingefroren werden soll. "In einem solchen Fall müssten wir dafür sorgen, dass die Beschäftigten nicht zu den Leidtragenden des Systemwechsels werden. Über Lohnforderungen würde das Ganze dann zu einem Nullsummenspiel", sagte er. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die Kopfpauschale noch zu verhindern sei. "Aber ich drohe nicht mit Machtmitteln, bevor es ernst wird. Bei der Gesundheitsprämie sind wir ja erst in der politischen Pettingphase", sagte er. 

Da bei einer Kopfpauschale der von Rösler vorgeschlagene Steuerausgleich nicht funktionieren werde, müssten längerfristig Versicherungsleistungen ausgegrenzt werden, so SPD-Chef Gabriel im "Deutschlandradio Kultur". Auch die von Rösler vorgeschlagenen Preisbeschränkungen bei Arzneimitteln seien nur ein Verhandlungstrick wie auf einem Basar. Das Ergebnis sei eine "Dreiklassenmedizin".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »