Ärzte Zeitung, 07.04.2010

Leben in Mega-Städten macht Menschen oft krank

Der Weltgesundheitstag 2010 fragt, was große Städte gesünder macht.

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Smog über Mexiko-Stadt: Trotz oftmals guter medizinischer Versorgung ist die Gesundheit von Menschen in Mega-Städten durch die Umweltbelastung gefährdet. © GranAngular / imago

NEU-ISENBURG (bee). Nirgendwo ist die medizinische Versorgung so umfangreich und doch die Gesundheit der Menschen durch das Zusammenleben derart beeinträchtigt wie in Millionen-Metropolen wie etwa Tokio, Mexiko-Stadt oder Bangkok.

Darauf macht der Weltgesundheitstag der WHO 2010 aufmerksam, der an diesem Mittwoch stattfindet. Unter dem Motto "Gesundheitsförderung in den Städten" und "Make cities healthier" finden in weltweit 1000 Städten Aktionen statt. In Deutschland sind in Hamburg, Köln und Frankfurt/Oder Veranstaltungen geplant. Dabei sollen sich die urbanen Lebensräume als lebenswerte, dynamische und sichere Städte repräsentieren. So stellt sich etwa in Hamburg das Projekt "Nachbarschaften fördern - für eine gesunde Stadt" vor.

Es sei geplant, dass sich weitere Städte in Veranstaltungsreihen mit dem Thema beschäftigen, sagt Dr. Uwe Prümel-Philippsen von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung. Bei der Koordination ist die Bundesvereinigung Prävention federführend. Sie veranstaltet in Kooperation mit dem Netzwerk "Gesunde Städte" und dem Deutschen Städtetag mehrere Aktionen.

SPD-Gesundheitsexpertin Mechthild Rawert würdigte den Einsatz der Bundesvereinigung Prävention, kritisiert aber zugleich das Bundesgesundheitsministerium. "Ärgerlich ist, dass es erstmalig seit 1954 keine vom Ministerium geförderte zentrale Aktion oder Pressekonferenz sowie kein offizielles Motto gibt", so Rawert, die auch im Gesundheitsausschuss sitzt. Als "kontraproduktiv" bezeichnet sie zudem, dass die Koalition kein Präventionsgesetz auflegen wolle.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) forderte Städte und Kommunen auf, mehr für die Gesundheitsförderung in allen Altersgruppen zu tun. "Bewegungsmangel bei Kindern, Komasaufen bei Jugendlichen, Einsamkeit bei Älteren: Hier fehlen kommunale Strukturen und Unterstützungsangebote", sagte Anja Kistler, Geschäftsführerin des DBfK Nordost.

Der Weltgesundheitstag wird in Deutschland seit 1954 begangen.

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