Ärzte Zeitung, 07.05.2010

Bei der Lebenserwartung liegt Nordrhein-Westfalen nur im Mittelfeld

Erstmals vorgelegter Landesgesundheitsbericht zeigt: Zahl der übergewichtigen Erstklässler stagniert.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Mädchen, die in den Jahren 2005 bis 2007 in Nordrhein-Westfalen geboren wurden, hatten eine mittlere Lebenserwartung von 81,73 Jahren. Das waren 5,28 Jahre mehr als bei den männlichen Neugeborenen dieser Jahre, aber etwas weniger als im Durchschnitt aller Bundesländer. Hier betrug die mittlere Lebenserwartung der Mädchen 82,25 Jahre.

Nach dem jetzt vorgelegten ersten "Landesgesundheitsbericht 2009" für das bevölkerungsreichste Bundesland liegt NRW bei der weiblichen Lebenserwartung auf Rang acht der 16 Bundesländer und bei der männlichen auf Rang zwölf. Die Zahl der gesunden Lebensjahre steigt schneller als die Lebenserwartung insgesamt. "Krankheiten, die Behinderungen verursachen, verschieben sich somit in höhere Altersgruppen", heißt es in dem Bericht.

Der 95-seitige Bericht informiert über verschiedene Aspekte des Themas Gesundheit in NRW, vor allem basierend auf dem Gesundheitsmonitoring der Jahre 2005 bis 2007. "Damit wollen wir einen möglichst großen Leserkreis ansprechen und die Gesundheit der Bevölkerung noch stärker ins Blickfeld rücken", sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Der Bericht soll künftig alle zwei Jahre erscheinen.

In NRW sind 57,5 Prozent der Männer und 36,4 Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös, das entspricht ungefähr dem Bundesdurchschnitt. Bei den Schuleingangsuntersuchungen des Jahres 2006 waren 6,4 Prozent der Jungen übergewichtig und 4,8 Prozent adipös. Bei den Mädchen waren es 6,7 Prozent und 4,4 Prozent. "Das diskutierte Ansteigen von Übergewicht und Adipositas bei Einschülern ist, insbesondere in den letzten Jahren, in NRW nicht zu sehen", schreiben die Autoren des Berichts. Stattdessen stagnieren die Anteile der betroffenen Kinder seit 2001 beziehungsweise 2004.

Der Bericht ist online verfügbar unter: www.mags.nrw.de

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