Ärzte Zeitung online, 03.05.2010

Mehr als 300 000 Kitaplätze fehlen

WIESBADEN (dpa). Für die Betreuung von Kleinkindern fehlen in Westdeutschland noch rund 320 000 Plätze. Diese Zahlen teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag auf der Basis einer Modellrechnung mit.

Nur wenn diese Lücke gefüllt wird, kann das von Bund, Ländern, Kommunen und Wohlfahrtsverbänden vereinbarte Ziel erreicht werden, bis 2013 rund 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Platz in einer Krippe, Kita, Krabbelstube oder bei Tageseltern anzubieten. Vom Kindergartenjahr 2013/14 an haben bereits Einjährige nach dem Kinderförderungsgesetz einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

In den alten Bundesländern gab es bei der letzten Erhebung im März 2009 erst 238 000 der bis zum Stichjahr voraussichtlich 559 000 benötigten Plätze. Die Quote lag damit bei durchschnittlich 14,4 Prozent. Am niedrigsten war sie in Nordrhein-Westfalen mit 11,5 Prozent, am höchsten in Hamburg mit 22,2 Prozent.

Im Osten (rund 46 Prozent) und in Berlin (fast 42 Prozent) ist das Ziel hingegen längst erfüllt. Wenn der Anteil dieser Betreuungsplätze in den neuen Ländern und Berlin erhalten bleibt, und in den alten Ländern die Ziel-Größe 35 Prozent erreicht, erhöht sich die Quote bundesweit auf 37,3 Prozent, haben die Statistiker jetzt errechnet. Die Fachleute hatten die Zahl der fehlenden Plätze im November noch auf rund 275 000 beziffert, dabei aber nicht jedes Bundesland einzeln betrachtet.

Knapp zwei Millionen Kinder unter drei Jahren werden Ende 2012 den Berechnungen zufolge voraussichtlich in Deutschland leben, etwa 1,6 Millionen in den alten Bundesländern und 282 000 in den neuen Bundesländern, der Rest in Berlin.

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