Ärzte Zeitung, 06.05.2010

Jugendliche haben Angst vor Altersarmut

BERLIN (dpa). Die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat nach den Ergebnissen einer Studie Angst vor Altersarmut. 61 Prozent der Befragten zwischen 17 und 27 Jahren haben demnach Sorge, im Alter arm zu sein. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der TNS Infratest Sozialforschung hervor, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Dabei machen sich vor allem junge Frauen Sorgen, später nur eine geringe Rente zu bekommen. Ein Großteil der Befragten ist demnach zwar bereit, privat für das Alter vorzusorgen - viele verstehen aber kaum die Angebote.
Der Jugendforscher Professor Klaus Hurrelmann bezeichnete die Ergebnisse als "sehr ernüchternd und beunruhigend". "Die Überforderung ist groß", sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie. "Die vor zehn Jahren eingeleitete Reform der Alterssicherung durch mehr Eigenbeteiligung ist nicht bei den jungen Leuten angekommen." Zwar sparten rund 55 Prozent für das Alter. "Aber die Regeln sind dabei sehr kompliziert". So könnten beispielsweise nur 14 bis 15 Prozent der Befragten erklären, was eine betriebliche Altersvorsorge ist. Daher bestünde die Gefahr, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene ungewollt auf Altersarmut zusteuerten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Resolution gegen DSGVO-Verunsicherung und Abmahn-Angst

Nach einer ersten Abmahnwelle in Bremen wächst bei Ärzten die Verunsicherung wegen der Datenschutzgrundverordnung. 60 Verbände und die KBV haben darauf nun reagiert. mehr »

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »