Ärzte Zeitung, 17.05.2010

Gemeinsam gegen Datenmissbrauch

Von Christoph Fuhr

Gemeinsam gegen Datenmissbrauch

Verweigerung oder gar Fundamentalopposition bei der Telematik? Keineswegs! Kritische Wachsamkeit mit Blick auf einen möglichen Missbrauch? Unbedingt! Wer die Debatte um die E-Card beim Ärztetag in Dresden verfolgt hat, dem ist einmal mehr klargeworden, dass Ärzte und Patienten in einem Kernbereich dieses zukunftsweisenden Themas absolut identische Interessen haben.

Sensible Krankendaten dürfen nicht in die falschen Hände gelangen, das ist die entscheidende Botschaft. Freier Zugriff für Kostenträger auf einen zentralen Server - in einem Versorgungssystem, in dem das Geld knapp ist und die Verteilungs-Widersprüche immer größer werden? Gute Nacht, chronisch kranker Patient!

Dass Ärzte bei diesem Thema ihre eigenen Interessen wahren und zugleich Flagge für Patienten zeigen, mag Verbraucherschützern und Patientenvertretern längst klar sein. In der breiten Masse der GKV-Versicherten ist diese Botschaft noch längst nicht angekommen.

Lesen Sie dazu auch:
E-Card - unendliche Geschichte, neues Kapitel
Ärztetag fordert das Aus für die E-Card

[17.05.2010, 16:15:47]
Dr. Silke Lüder 
Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf, das e Card Projekt endgültig zu beenden!

Der Ärztetag hat diesmal NICHT beschossen, die e Card nur "in der derzeitigen Form" nicht zu akzeptieren. Davon war nicht die Rede.
Ich zitiere den Originalbeschluss:
Stopp des Projektes „ Elektronische Gesundheitskarte“
Der Deutsche Ärztetag 2010 fordert von der Bundesregierung, das verfehlte Projekt elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der weiter verfolgten Zielsetzung endgültig aufzugeben. Damit können bis zu 14 Milliarden Euro Versichertengelder eingespart werden. Insbesondere wenden wir uns entschieden gegen die Verwandlung der Arztpraxen in Außenstellen der Krankenkassen durch die Verlagerung des Versichertendatenmanagements in die Praxen. In Zeiten drohenden Ärztemangels vor allem in ländlichen Regionen ist dieses Vorhaben kontraproduktiv".Beschluss V-118
Der neue Beschlus ist konsequent und eindeutig. Die Ärzte lehnen die
e- Card ab und fordern die Bundesregierung auf,das neue, schon angekündigte Gesetz mit verpflichtender online Anbindung für alle Arztpraxen vor der Sommerpause nicht zu erlassen.Damit hat sich die Ärzteschaft klarer positioniert als in den Vorjahren.Das neue Ministerium unter Führung von Herrn Rösler täte gut daran, keine neue Gesetzesregelung gegen den erklärten Willen der Praxisärzte als ausführende Organe zu erlassen.Hier sind tatsächlich die Interessen von betroffenen Patienten und Ärzten identisch.

Dr.med. Silke Lüder
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »