Ärzte Zeitung online, 20.05.2010

Bundeswehr fehlen Psychiater

HALLE/BERLIN (dpa). Obwohl die Zahl der durch den Afghanistan- Einsatz traumatisierten deutschen Soldaten ständig steigt, fehlt es bei der Bundeswehr nach wie vor an Psychiatern und Psychotherapeuten.

Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Bericht des Verteidigungsministeriums an den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Demnach sind von 42 Dienstposten in diesem Bereich derzeit lediglich 24 besetzt. Dabei wuchs die Zahl der Fälle von Soldaten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) laut Bericht von 121 im Jahr 2005 auf 446 im Jahr 2009.

Geradezu explodiert sei die Zahl jener, die nach einem Auslandseinsatz eine dreiwöchige Präventiv-Kur absolvieren. Habe sie 2005 noch bei 100 gelegen, so sei sie im Jahr 2009 auf 1441 Fälle hochgeschnellt. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, forderte in der Zeitung, das Ministerium müsse hier "in die Puschen" kommen. Allerdings sei es objektiv schwierig, Fachpersonal zu gewinnen. Er verwies auf den laufenden Aufbau eines eigenen PTBS-Zentrums auf Initiative des Parlaments.

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