Ärzte Zeitung online, 28.05.2010

Weltnichtrauchertag: Schwangere Raucherinnen besser aufklären

BERLIN (dpa). Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans will mehr schwangere Frauen vom Rauchen abbringen. 13 Prozent der Frauen rauchten am Anfang der Schwangerschaft, und nur ein Viertel von ihnen höre mit dem Rauchen während der Schwangerschaft auf, sagte die FDP-Politikerin am Freitag in Berlin.

Babys könnten durch das Rauchen der Mütter fehlgebildet auf die Welt kommen oder gar sterben, so die Beauftragte der Bundesregierung. Am kommenden Montag findet der Weltnichtrauchertages statt. In diesem Jahr hat der den Schwerpunkt Frauen.

Dyckmans will erreichen, dass schwangere Frauen regelmäßig von ihren Ärzten über Risiken beim Rauchen aufgeklärt werden, sie motiviert werden das Rauchen aufzugeben, sowie konkrete Angebote erhalten, welche Kurse sie zur Tabakentwöhnung dazu besuchen können.

Für schwangere Frauen in Deutschland gäbe es nach Angaben der Drogenbeauftragten kaum therapeutische Entwöhnungsangebote. Zudem plädierte Dyckmans dafür, Rauchverbote im öffentlichen Bereich auszuweiten. "Ein Rauchverbot auf Spielplätzen gibt es nur in wenigen Kommunen."

Die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Martina Pötschke-Langer, wies auf die gesundheitlichen Schäden bei Kindern hin, die passiv rauchten. Rauch in Wohnungen gleiche einer "Giftküche", sagte sie. "Beteiligte müssen eigentlich Gasmasken tragen, um das zu überstehen." Die DKFZ-Chefin forderte eine bundesweite Kampagne zum Rauchstopp bei Eltern und drastische Steuererhöhungen auf Tabak. Das jedoch wies Dyckmans mit den Worten "das ist nicht unbedingt in unserem Interesse" zurück.

Nach Angaben der Drogenbeauftragten gibt es in Deutschland 19 Millionen Raucher. Davon sind 34 Prozent Männer, 26 Prozent sind Frauen.

Top-Thema Welt-Nichtrauchertag:
Jugendliche Raucher gefährden ihre Knochen
Drei Viertel der Bundesbürger sind Nichtraucher
Keine neuen Kunden für die Tabakindustrie!
Tabakprävention in Schulen - das klappt ziemlich gut
Zahnärzte wollen Warnhinweis: "Rauchen kostet Zähne"
Welt-Nichtrauchertag: Schwangere Raucherinnen besser aufklären
Studienteilnehmer gesucht: 2010 Rauchfrei genießen
 
Kommentar: Ja zu Rauch- und Werbeverboten!
Buchtipp: Anstiftung zum Nichtrauchen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »