Ärzte Zeitung, 15.06.2010

Lübeck demonstriert für den Erhalt des Medizinstudiengangs

Lübeck demonstriert für den Erhalt des Medizinstudiengangs

Die Vorbereitungen für die Demonstration am Mittwoch laufen: Lübeck kämpft für seine Uni. © dpa

KIEL (di). Am Mittwoch demonstrieren Lübecker in Kiel für den Erhalt ihrer Uni. Auslöser ist die beabsichtigte Schließung des Studiengangs Medizin, der voraussichtlich das Aus für die gesamte Uni bedeutet. In den Streit hat sich inzwischen auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan eingeschaltet, die - auch ohne Zuständigkeit - den Medizinstudiengang retten will.

Um einem breiten Kreis die Teilnahme zu ermöglichen, finden an der Lübecker Uni keine Lehrveranstaltungen statt. Der Präsident der Universität, Professor Peter Dominiak, hat für die Aktion "Lübeck kämpft für seine Uni" einen Dies academicus ausgerufen. Ab 15 Uhr wollen die Lübecker in Kiel gegen den nach ihrer Ansicht schwerwiegenden politischen Fehler protestieren. Mit dem Beschluss der Landesregierung, ab dem Wintersemester 2011 keine Medizinstudenten mehr zu immatrikulieren, steht die gesamte Uni vor dem Aus: Von den rund 2600 Studenten sind in Lübeck rund 1500 für Medizin eingeschrieben. Die Ausbildung in der Hansestadt gilt als eine der besten bundesweit.

Die Uni kritisierte im Vorfeld der Demonstration den Kabinettsbeschluss: "Für die Universität würde er das Ende bedeuten, für den Hochschulstandort Lübeck die Marginalisierung." Wiederholt hatten Kritiker der Entscheidung auch auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam gemacht. In der Region Lübeck haben sich Medizintechnikfirmen angesiedelt, für die die Nähe zur Uni wichtig ist. Auch Kammer und KV kritisieren die Schließung. "Je mehr Mediziner im Land ausgebildet werden, desto größer sind auch die Chancen für eine spätere Tätigkeit zwischen Nord- und Ostsee. Mit einer Beschränkung des Medizinstudiums auf den Standort Kiel läuft das Land Gefahr, dass sich die dringend benötigten Ärzte anders orientieren", so Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »