Ärzte Zeitung online, 08.07.2010

Schavan: Unternehmen müssen mehr forschen

BERLIN (dpa). Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat an die Unternehmen appelliert, angesichts der anziehenden Konjunktur wieder mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nach wie vor seien Bildung und Forschung die Schlüssel zu einem stabilen Wohlstand, sagte Schavan am Mittwoch bei der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Berlin.

Schavan lobte dabei laut Redemanuskript die Weitsicht der deutschen Wirtschaft, die zwischen 2005 und 2008 ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung neuer Produkte nahezu verfünffacht habe. Aber selbst in der Krise habe es Signale gegeben, dass Unternehmen bewusst in Forschung investierten. Als wichtigste Forschungsfelder für die nächsten Jahre bezeichnete die Ministerin die Bereiche Klima/Energie, Gesundheit/Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation.

Schavan wie auch die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) würdigten die Arbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ihrer ehrenamtlichen Gutachtergremien, mit deren Hilfe der Großteil der staatlichen Mittel für die Hochschulforschung in Deutschland verteilt wird.

Dank des Bund-Länder-Paktes für Forschung und Innovation stünden der DFG im kommenden Jahr mehr als 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung, sagte Ahnen. Die Wissenschaftsminister der Bundesländer stünden nach wie vor geschlossen zu dem Ziel des Bildungsgipfels, "im Jahr 2015 gesamtstaatlich 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Bildung und Forschung zu investieren". Dies könne jedoch nur erreicht werden, wenn alle Beteiligten dazu die notwendige finanzielle Leistungskraft hätten.

Die DFG-Jahresversammlung hatte zuvor den Münsteraner Althistoriker Peter Funke zum neuen Vizepräsidenten gewählt. In seinem neuen Amt will sich Funke vor allem in die Diskussion um die Zukunft der Geistes- und Sozialwissenschaften einmischen. Seine Vorgängerin, die Frankfurter Historikerin Luise Schorn-Schütte, schied nach sechsjähriger Amtszeit turnusgemäß aus.

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