Ärzte Zeitung online, 12.07.2010

CDU offen für Streichung von Homöopathie

BERLIN (dpa). In der Debatte um Einsparungen im Gesundheitssystem unterstützt der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn Forderungen, homöopathische Behandlungen als Kassenleistung zu streichen. "Wir haben die Wahltarife für Homöopathie unter Rot-Grün eingeführt. Wenn die SPD will, können wir das sofort streichen, da es keinen wissenschaftlichen Nachweis für den Nutzen gibt", sagte Spahn der "Bild"-Zeitung (Montag).

Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gefordert, gesetzlichen Krankenkassen zu verbieten, Homöopathie zu bezahlen. Er kritisierte, mehr als die Hälfte aller gesetzlichen Kassen würden die Leistungen von Homöopathen erstatten.

Die Grünen hingegen lehnen eine Herausnahme von Naturheilverfahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Fraktionschefin Renate Künast sagte der "Berliner Zeitung" (Montag): "Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt." Die Kosten für Homöopathie stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen Summen, die für Schulmedizin ausgegeben würden.

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