Ärzte Zeitung, 29.07.2010

Modellversuch zur Beweissicherung bei Vergewaltigung

FRANKFURT/MAIN (ine). In Hessen ist ein Modellversuch angelaufen, mit dem die Beweissicherung nach einer Vergewaltigung auch ohne eine Anzeige möglich ist. Hintergrund ist die hohe Dunkelziffer bei Sexualstraftaten. Wie es im Hessischen Ärzteblatt heißt, hat der Frankfurter Frauennotruf zusammen mit der Klinik für Gynäkologie und dem Institut für Rechtsmedizin der Goethe-Universität ein neues Verfahren erarbeitet: Lassen sich Frauen nach einer Gewalttat medizinisch untersuchen, werden die Befunde ein Jahr lang kostenlos in der Rechtsmedizin aufbewahrt.

Für die Frauen hat dies den Vorteil, dass sie sich nicht sofort entscheiden müssen, ob sie den Täter anzeigen oder nicht. Entschließen sie sich später für eine Anzeige, übergeben die Rechtsmediziner die Befunde an Polizei und Staatsanwaltschaft. Kommt es zu keiner Anzeige, wird das Material nach einem Jahr vernichtet.

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