Ärzte Zeitung online, 30.07.2010

SPD will Präventionskonzept für psychische Erkrankungen

BERLIN (hom). Die SPD hat die Bundesregierung aufgefordert, möglichst rasch ein umfassendes Konzept zur Prävention und Behandlung von psychischen Erkrankungen vorzulegen.

Psychisch bedingte Leiden entwickelten sich zu einer Volkskrankheit, sagte die stellvertretende gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis, in Berlin. Bei der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und der Teilhabe psychisch Kranker am Arbeitsleben gebe es "immer noch viel zu tun". Hilfsangebote müssten ausgebaut und für die Betroffenen "transparent und leicht zugänglich sein", so Mattheis.

Dem in der vergangenen Woche in Berlin vorgelegten Krankenhaus-Report 2010 der Barmer GEK zufolge entfallen mittlerweile rund 17 Prozent aller Behandlungstage in deutschen Kliniken auf psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.

Der Autor der Studie, der frühere Gesundheits-Sachverständige Professor Friedrich Wilhelm Schwartz, hatte den Anstieg unter anderem auf die instabilen wirtschaftlichen Verhältnisse vieler Menschen sowie zunehmende Probleme in der Familie zurückgeführt. Psychische Störungen würden heute aber auch eher diagnostiziert als noch vor 20 Jahren, da die Tabuisierung der Erkrankungen nachgelassen habe.

Lesen Sie dazu auch:
Psychische Krankheiten belasten Kliniken und Kassen

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