Ärzte Zeitung online, 03.08.2010
 

Weg zur Klinik soll nicht länger als 20 Kilometer sein

KÖLN (iss). Die neue nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) will eine flächendeckende Versorgung im stationären Sektor sicherstellen. "Niemand darf es weiter als maximal 20 Kilometer zu einer Klinik haben", sagte sie der Zeitung "Rheinische Post".

Bettenabbau sei kein Ziel an sich, betont Steffens. "Wir müssen erst einmal den wirklichen Bedarf ermitteln und einen aktuellen Krankenhausplan aufstellen." Dann werde die Regierung sehen, ob es tatsächlich 10 000 Betten zu viel in NRW gibt, wie es der derzeitige Krankenhausplan nahelegt.

Sie werde gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe auf eine Korrektur an der Honorarreform dringen, kündigte die Ministerin an. "Es kann nicht sein, dass ein Arzt in Nordrhein-Westfalen für die gleiche Leistung weniger erhält als ein Arzt in Bayern." Sie sieht allerdings eine Mitschuld der beiden KVen daran, dass es überhaupt zu einer Benachteiligung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes kommen konnte. "Sie haben sich leider im entsprechenden Gremium nicht durchgesetzt."

Steffens, die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ist, macht sich für eine verbindliche Frauenquote in den Aufsichtsräten von Unternehmen stark. Eine mögliche Sanktion für Firmen, die sich nicht an die Vorgaben halten, wäre es, ihnen den Zugang zur Börse zu verweigern. Das oft gehörte Argument, es fänden sich nicht genug geeignete Frauen für solche Posten, lässt Steffens nicht gelten. "Es gibt genügend qualifizierte Frauen. Doch meistens sind Männer nicht bereit, ihre Macht in den Aufsichträten zu teilen." Sie sieht es als ein Ziel, die "Netzwerke alter Männer" abzulösen.

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