Ärzte Zeitung online, 20.08.2010

Russland hält iranisches Atomkraftwerk für sicher

ERIWAN/TEHERAN (dpa). Vor der für diesen Samstag geplanten Eröffnung des iranischen Atomkraftwerks in Buschehr hat Russland einen Missbrauch der Brennstäbe zur Waffenproduktion ausgeschlossen. Der Betrieb der Anlage am Persischen Golf werde "lückenlos" von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA kontrolliert.

Russland hält iranisches Atomkraftwerk für sicher

Der Leichtwasserreaktor im iranischen Buschehr in der Kritik: Iran steht im Verdacht, Atombomben bauen zu wollen, und dafür Plutonium aus der Anlage zu schmuggeln.

© dpa

Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der Ex-Sowjetrepublik Armenien, einem Nachbarland des Iran. "Die Überwachung durch die IAEA schließt eine Manipulation mit den (von Russlands Atomkonzern Rosatom gelieferten) Brennstäben aus", sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax in der Hauptstadt Eriwan.

Die Führung in Teheran steht im Verdacht, heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Einen Tag vor der Eröffnung von Buschehr testete der Iran nach eigenen Angaben eine neue Boden-Boden-Rakete. Die Versuche mit dem Typ "Qiam" seien erfolgreich verlaufen, sagte Verteidigungsminister General Ahmad Vahidi am Freitag in Teheran.

In Eriwan betonte Lawrow, dass bei dem Betrieb des ersten Atomkraftwerks im Iran alle Regeln der Nichtweiterverbreitung von Spaltmaterial streng beachtet würden. Das Bestücken der Anlage mit Brennstäben, die Russland nach dem Gebrauch zurücknimmt, gilt für den wegen seiner Atompolitik isolierten Iran als wichtiges politisches Signal.

Buschehr soll frühestens im November an das Stromnetz des Landes angeschlossen werden. In sechs bis sieben Monaten soll die Anlage, die in den 1970er Jahren von der damaligen Kraftwerk Union AG (Siemens) begonnen wurde, eine Leistung von 1000 Megawatt erreichen.

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