Ärzte Zeitung, 06.10.2010

Kliniken, die sich für Ärzte engagieren, werden belohnt

Gut organisierte Weiterbildung und Kinderbetreuungsplätze helfen, Stellen leichter wieder zu besetzen.

Kliniken, die sich für Ärzte engagieren, werden belohnt

Eine Vorausssetzung, um Mitarbeiter zu gewinnen, ist nach Erkenntnissen des DKI eine gute Kinderbetreuung.

© blickwinkel / imago

NEU-ISENBURG (chb). Krankenhäuser, die bereit sind sich um die Belange von Ärzten offensiv zu kümmern, leiden weniger unter Ärztemangel als andere Kliniken. Das zeigt eine Studie des Deutschen Krankenhaus Instituts (DKI), die im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft erstellt wurde. Dabei werteten die Experten eine schriftliche Repräsentativbefragung von 450 Kliniken, die Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes sowie die Ärztestatistik der Bundesärztekammer aus.

So haben die Experten des DKI unter anderem festgestellt, dass Kliniken, die sich um eine strukturierte Weiterbildung ihrer Assistenzärzte bemühen, weniger Probleme haben offene Stellen zu besetzen als andere. Dazu zählen "standardisierte Weiterbildungspläne, regelmäßige Weiterbildungsgespräche und Zusagen zur Einhaltung der vorgegebenen Weiterbildungszeiten". Für viele Kliniken wäre es sinnvoll, hier zu investieren, denn immerhin werden für mehr als die Hälfte der offenen Stellen im ärztlichen Dienst Assistenzärzte in Weiterbildung gesucht.

Ein weiteres positives Element um Mitarbeiter zu gewinnen ist nach Erkenntnissen des DKI eine gute Kinderbetreuung. Es habe sich gezeigt, dass Kliniken, die über eigene Kinderbetreuungsmöglichkeiten verfügen, weniger unter Ärztemangel leiden, als jene, die lediglich betriebliche Belegplätze in Betreuungseinrichtungen der Umgebung anbieten. Nach Angaben des DKI unterhalten mittlerweile 15 Prozent der deutschen Kliniken Kindertagesstätten.

Gezeigt hat sich in der Untersuchung auch, dass eine systematische Personalentwicklung die Arbeitsplatzattraktivität offenbar erhöht. So haben die Wissenschaftler des DKI herausgefunden, dass Kliniken, die schriftlich ausgearbeitete Einarbeitungskonzepte erstellt haben sowie regelmäßig strukturierte Mitarbeitergespräche führen, personell besser dastehen, als andere Häuser. Detaillierte Zahlen der Untersuchung werden nach Angaben des DKI in den nächsten Tagen veröffentlicht.

Die Krankenhäuser selber sehen eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen der Ärztemangel besser in den Griff zu bekommen ist. Dazu gehören der Bürokratieabbau im ärztlichen Dienst, eine Reduzierung der MDK-Anfragen, die Delegation ärztlicher Leistungen sowie ein größeres Angebot an Medizin-Studienplätzen.

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