Ärzte Zeitung, 11.10.2010

Kommentar

Träume von einer neuen Klinikwelt

Von Helmut Laschet

Es ist ja richtig, bei künftig knapper werdenden Ressourcen in der medizinischen Versorgung die Kooperation von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zu forcieren, wie dies jetzt der Manager-Kreis der Friedrich-Ebert-Stiftung gefordert hat. Auch die Vorschläge zu einer Reform der Krankenhausfinanzierung und -planung sind nicht verkehrt - bleiben aber in einem föderalen System ein Traum.

Tatsache ist: Kein Ministerpräsident, gleich welcher Couleur, wird sich die Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeit der Krankenhausversorgung aus der Hand nehmen lassen. Freiwillig jedenfalls nicht. Man darf davon ausgehen, dass um derartige Hoheitsrechte, die Daseinsvorsorge für die Bürger in einer Region zu planen, bis vor die höchsten Gerichte gestritten wird.

Es sei denn, die Macht des Faktischen - leere Kassen in den Länder- und Kommunalhaushalten - führt zu einer kompletten Privatisierung der stationären Versorgung. Und zu einer Vollfinanzierung der Privatkliniken aus den Vergütungen der Krankenversicherung. Dann könnten die Karten neu gemischt werden - in Richtung Marktwirtschaft.

Lesen Sie dazu auch:
SPD-nahe Stiftung will Kliniklandschaft umkrempeln

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

17.18Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigen sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »