Ärzte Zeitung online, 13.10.2010

Horst Köhler soll Finanzberater für die G20 werden

HAMBURG (eb). Fünf Monate ist es her, dass Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten ist. Nun zeichnet sich ein neuer Job für das ehemalige Staatsoberhaupt ab: er könnte Finanzberater für die G20 werden.

Wie die "Zeit" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, soll ein mit prominenten Vertretern der Politik- und Finanzwelt besetzter Expertenrat Konzepte für eine Reform des Weltwährungssystems ausarbeiten. Köhler soll dem Bericht zufolge Mitglied des Rates werden. Die Einrichtung des Gremiums geht auf französische Pläne für eine Reform der internationalen Währungsordnung im Rahmen der G20 zurück.

Frankreich übernimmt im kommenden Jahr die Präsidentschaft in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer. Staatspräsident Nicolas Sarkozy will die Währungen zu einem Top-Thema seiner Präsidentschaft machen.

Köhler stand bereits vor seinem Wechsel in das höchste deutsche Staatsamt im Jahr 2004 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Weltweit hatte er sich einen Namen als ausgewiesener Ökonom gemacht. Am vergangenen Wochenende war Köhler bereits zur Jahrestagung von IWF und Weltbank nach Washington gereist.

Außerdem soll Jens Weidmann, Wirtschaftsberater der Bundeskanzlerin, eine Arbeitsgruppe innerhalb der G20 leiten, berichtet die "Zeit" weiter. Diese soll sich mit den Themen Wechselkurse, Devisenreserven und Kapitalverkehrskontrollen befassen und dazu Vorschläge erarbeiten.

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