Ärzte Zeitung online, 22.10.2010
 

Sozialhilfe-Ausgaben auf höchstem Stand seit 2005

WIESBADEN (dpa). Die Sozialhilfe-Ausgaben in Deutschland sind auf den höchsten Stand seit der Hartz-IV-Reform 2005 gestiegen.

Fast 21 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr ausgegeben, knapp sechs Prozent mehr als 2008. Rein rechnerisch wurden damit pro Bundesbürger 255 Euro aufgewendet, 14 Euro mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Der größte Teil der Sozialhilfe (57 Prozent) wurde erneut für die Eingliederungshilfe behinderter Menschen ausgegeben. Insgesamt waren das fast 12 Milliarden Euro und damit 6,8 Prozent mehr als 2008. Mit dem Geld sollen laut Sozialgesetzbuch auch drohende Behinderungen verhindert und vorhandene gemildert werden.

Knapp ein Fünftel der Sozialausgaben entfielen auf die Grundsicherung. Mit rund 3,9 Milliarden Euro lag dieser Ausgabenblock um 6,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Leistung soll den grundlegenden Lebensunterhalt für Rentner und für Erwachsene sicherstellen, die dauerhaft nicht voll arbeiten können.

Für die Hilfe zur Pflege gaben die Sozialhilfe-Träger rund 2,9 Milliarden Euro und damit 4,6 Prozent mehr aus. Das Geld bekommen Menschen, die in Folge einer Krankheit oder Behinderung im Alltag regelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Die Pro-Kopf-Ausgaben für Sozialhilfe waren im früheren Bundesgebiet mit 264 Euro wesentlich höher als in den neuen Ländern mit 172 Euro. Spitzenreiter waren erneut die drei Stadtstaaten Bremen (418 Euro), Hamburg (396 Euro) und Berlin (391 Euro).

In den alten Flächenländern bezahlte Baden-Württemberg mit rechnerisch 188 Euro pro Bürger am wenigsten und Schleswig-Holstein mit 305 Euro am meisten. Von den neuen Ländern gab Sachsen je Einwohner am wenigsten für Sozialhilfe aus (134 Euro), Mecklenburg-Vorpommern am meisten (215 Euro).

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