Ärzte Zeitung online, 26.10.2010

Biologische Ressourcen: Röttgen will internationale Regeln

BERLIN (dpa). Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat internationale Regeln für den Zugang zu genetischen Ressourcen verlangt.

Im "ARD-Morgenmagazin" forderte er, die Frage müsse "rechtssicher" gemacht werden. "Aber zum Ausgleich muss auch der wirtschaftliche Vorteil fair verteilt werden", sagte Röttgen am Rande der Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya.

"Natürlich haben die Länder, die ihre genetischen Ressourcen Industrieländern zur Verfügung stellen, einen Anspruch darauf, dass sie an den wirtschaftlichen Vorteilen partizipieren." Dies müsse auch rechtlich geregelt werden. "Das ist ein Beitrag zu einer gerechten Weltordnung", betonte Röttgen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte Röttgen auf, ein Scheitern der Konferenz zu verhindern. Die EU sei, angeführt von der deutschen Delegation, derzeit der größte Bremser bei einer Einigung zum Thema Biopiraterie.

Die Kritik der Umweltschützer richtet sich gegen Firmen, die sich Wirkstoffe von exotischen Pflanzen nutzbar machen, ohne den Menschen im Ursprungsgebiet von ihrem Profit etwas abzugeben. In Nagoya wird auch über völkerrechtliche Lösungen verhandelt, um diesen Konflikt zu schlichten.

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