Ärzte Zeitung, 07.11.2010

Kommentar

Kein Zurück zum Tarif-Monopol

Von Christiane Badenberg

Früher war alles besser, weil übersichtlicher. Das mag mancher Politiker denken und deshalb geneigt sein, der Initiative von Arbeitgeberverband und Gewerkschaftsbund zuzustimmen, die Rechte der Berufsgewerkschaften zugunsten eines Monopols beschneiden zu wollen.

Denn ein bequemes Szenario ist es nicht, wenn nach Piloten, Lokführern und Ärzten noch viele andere Berufsgruppen auf die Idee kommen sollten, für ihre Rechte regelmäßig zu streiken und somit Teile der Republik immer häufiger lahmzulegen.

Fakt ist aber, die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Dass Berufsgewerkschaften immer mehr an Einfluss gewinnen, haben sich DGB-Gewerkschaften wie Verdi selbst zuzuschreiben. Zu lange haben sie Interessen von Teilen ihrer Klientel einfach ignoriert. Die Arbeit eines Arztes ist nun mal nicht mit der eines Verwaltungsangestellten vergleichbar. Das gleiche gilt für Lokführer oder Piloten.

Spezialgewerkschaften und Tarufpluralität sind Ausdruck differenzierter Märkte. Dass Arbeitgeber, die schon jetzt das Fehlen von Fachkräften beklagen, eine Allianz mit dem Möchtegern-Monopolisten DGB eingehen, ist dabei nur ein schlechter Scherz.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Marburger Bund macht Front gegen Tarifeinheit

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