Ärzte Zeitung online, 06.11.2010

Bahr will FDP-Chef in NRW werden

Nach der CDU ordnet auch die FDP ihre Führungsspitze in Nordrhein- Westfalen neu. Landeschef wird voraussichtlich der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr. Mit Konkurrenten für den Posten muss er nicht rechnen.

Bahr will FDP-Chef in NRW werden

Von Berlin nach Düsseldorf: Daniel Bahr will den FDP-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen übernehmen.

© dpa

DÜSSELDORF (dpa). Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr, wird voraussichtlich neuer Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen.

Der 34-Jährige hat sich in einem Brief an die Parteimitglieder um die Nachfolge des scheidenden Landeschefs Andreas Pinkwart beworben, wie die FDP am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Die stellvertretende Landesvorsitzende Gisela Piltz und der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, die ebenfalls eine Kandidatur erwogen haben, wollen nicht antreten.

Der größte FDP-Landesverband braucht einen neuen Vorsitzenden, weil sich Pinkwart aus allen seinen politischen Ämtern zurückzieht. Der frühere NRW-Wissenschaftsminister wird Rektor der Handelshochschule Leipzig. Sein Nachfolger soll auf einem Parteitag am 27. November in Dortmund gewählt werden.

Die FDP habe nach den Wahlerfolgen der vergangenen Jahre viel Vertrauen verloren, schreibt Bahr in seinem Bewerbungsbrief. "Zweifellos hat dazu das Erscheinungsbild der Berliner Koalition beigetragen."

Im nötigen Erneuerungsprozess der FDP müsse der NRW-Landesverband eine zentrale Führungsrolle übernehmen. Dazu wolle er als "Spielführer" einer starken Mannschaft beitragen.

Bahr ist seit 2002 Bundestagsabgeordneter. Mit dem Amtsantritt der schwarz-gelben Bundesregierung wurde der gelernte Bankkaufmann und studierte Volkswirt Parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium. Bahr ist Vorsitzender des FDP-Bezirksverbands Münsterland und hat seinen Wahlkreis in Münster.

Piltz und Lambsdorff unterstützen Bahrs Bewerbung um den Landesvorsitz. "Ich bin sicher, dass Daniel Bahr den nötigen Schwung mitbringt, um die FDP in NRW in eine gute Zukunft zu führen", sagte Lambsdorff nach FDP-Angaben. Piltz versicherte, Bahr habe ihre volle Unterstützung.

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