Ärzte Zeitung, 10.11.2010

Bessere Versorgung für psychisch Kranke

In Hamburg ist eine Versorgungslücke geschlossen worden - in einem MVZ können psychisch Kranke ambulant behandelt werden.

HAMBURG (di). Das neue Zentrum für psychische Gesundheit (ZPG) bietet in Hamburg ambulante psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung an. Das MVZ soll eine Versorgungslücke in der Hansestadt schließen.

Zwei Psychotherapeutinnen und ein Arzt für Psychiatrie/Psychotherapie behandeln im ZPG etwa Depressionen, Zwangsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen, Psychoseerkrankungen oder Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.

Dr. Heike Ewers, Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin des ZPG sagte zur Eröffnung: "Gerade im Bereich der psychischen Erkrankungen gibt es immer noch ein hohes Schamgefühl, sich in Behandlung zu begeben. Insbesondere für Menschen mit einer christlichen Orientierung gestaltet sich das noch mal schwerer. Ihnen wollen wir eine Anlaufstelle geben über das normale Versorgungsangebot hinaus."

Träger des ZPG sind das Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gGmbH und die Evangelisch-Freikirchliche Beratungsstelle Hamburg e.V. (EFB), die auch in anderen Bereichen kooperieren. Das Albertinen-Krankenhaus verfügt über ein Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, das seinen Schwerpunkt in der stationären Versorgung hat.

In der ambulanten Betreuung gibt es zum Teil lange Wartezeiten in der Hansestadt - nach Angaben des ZPG-Trägers betragen diese für Erwachsene rund acht Monate. Das ZPG soll dazu beitragen, diese zu verringern.

ZPG-Geschäftsführer Cord Meyer versicherte, dass die MVZ-Struktur des Zentrums kein Startschuss für umfangreichere Aktivitäten des Albertinen im ambulanten Sektor ist. "Albertinen hat auch zukünftig nicht vor, über eine aggressive MVZ-Politik große Marktanteile einzukaufen." Auch im Bereich der Integrierten Versorgung werde die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten gesucht. "Das MVZ im Bereich der psychischen Erkrankungen wurde gegründet, um einer bestehenden Unterversorgung abzuhelfen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »