Ärzte Zeitung online, 02.12.2010

FDP will Wikileaks-Informantenaffäre aufklären

HANNOVER (dpa). Die Liberalen wollen die Affäre um einen aus der FDP stammenden unbekannten Informanten der US-Botschaft in Berlin aufklären. In einem bei Wikileaks enthüllten Dokument hatte US-Botschafter Philip Murphy notiert, ein "junger, aufstrebender Parteigänger" der FDP habe angeboten, Botschaftsmitarbeitern Dokumente aus Koalitionsverhandlungen zu übergeben.

"Wenn es so war, wird sich der Betreffende ermitteln lassen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

Der Zeitung zufolge wird in der FDP nicht mehr ausgeschlossen, dass es sich bei dem Zuträger um einen Bundestagsabgeordneten handelt. Anfangs war die Wikileak-Darstellung in der FDP angezweifelt worden.

Das Blatt zitiert ein ungenanntes älteres Mitglied des FDP-Bundesvorstands mit den Worten: "Wer jung ist, ist manchmal einfach auch naiv." Fraktionsvize Döring kritisierte auch den Umgang deutscher Medien mit den Berichten. "Die Sympathie liegt einseitig bei Wikileaks, nicht bei den Ausgespähten."

Lesen Sie dazu auch:
Wikileaks löst Spekulationen über FDP-Informant für US-Regierung aus

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »