Ärzte Zeitung online, 05.01.2011

Masernausbruch in Lübeck: Gesundheitsamt rät dringend zur Impfung

LÜBECK (di). In Lübeck sind erstmals seit 25 Jahren die Masern ausgebrochen. Mindestens vier Menschen haben sich angesteckt. Das Gesundheitsamt appelliert deshalb an die nach 1970 geborenen Menschen, ihren Impfschutz überprüfen zu lassen.

Masern in Lübeck: Gesundheitsamt rät Bürgern unter 40 dringend zur Impfung

Gegen Masern geimpft? In Lübeck appelliert das Gesundheitsamt, den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen.

© dpa

Das Lübecker Gesundheitsamt warnt vor einer Verbreitung der Masern. Fehlende Impfungen sollten "umgehend beim Haus- oder Kinderarzt" durchgeführt werden, empfiehlt das Gesundheitsamt.

"Im Moment hoffe ich, dass wir es im Griff haben", sagte der Leiter des Lübecker Gesundheitsamtes, Dr. Michael Hamschmidt, der "Ärzte Zeitung". Sorge bereitet ihm jedoch, dass bei einem der Erkrankten nicht mehr alle Kontakte zurückverfolgt werden können.

Die am Montag beginnende Schule in Schleswig Holstein könnte zu einer weiteren Verbreitung der Masern führen. Die Durchimpfungsrate bei Einschulungskindern in Lübeck beträgt 85 Prozent nach zweimaliger Impfung (95 Prozent nach einmaliger Impfung).

Besonders die zwischen 1970 und 1990 Geborenen weisen vielfach nur eine einmalige Impfung gegen Masern auf. Für sie besteht laut Hamschmidt nur eine 60-prozentige Sicherheit. Die Bevölkerung in Lübeck wurde über Presseberichte informiert.

Um die Ärzte aufzuklären, hat das Lübecker Gesundheitsamt die Haus- und Kinderärzte sowie Internisten und HNO-Ärzte in der Stadt mit einem Rundschreiben informiert. Darin verweisen die Amtsärzte auf den Beginn der Masern mit einem eher unspezifischen katarrhalischen Stadium mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten und einem Exanthem am Gaumen.

"Diese Symptomatik imponiert daher unter Umständen wie ein akuter Atemwegsinfekt und ist anfänglich von banalen respiratorischen Infekten oder von Influenza, die momentan auch gehäuft auftreten, klinisch schwer abzugrenzen", heißt es in dem Schreiben.

Den Ärzten empfiehlt das Gesundheitsamt deshalb, bei derartigen Symptomen speziell auch bei jungen Erwachsenen die Masern in ihre differenzialdiagnostischen Erwägungen mit einzubeziehen. Erst im November war in Neumünster ebenfalls ein Kind an Masern erkrankt. Das Flüchtlingsheim, in dem das Kind lebt, wurde daraufhin mit einer Ausgangssperre belegt. Weitere Fälle wurden damals nicht bekannt.

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