Ärzte Zeitung online, 14.01.2011

Kneipp-Bund fordert "Umsteuern" in der Gesundheitspolitik

BERLIN (hom). Die frühere Gesundheits-Staatssekretärin und amtierende Präsidentin des Kneipp-Bundes, Marion Caspers-Merk (SPD), hat die Bundesregierung aufgerufen, dem Thema Prävention einen größeren Stellenwert im Gesundheitswesen einzuräumen.

Kneipp-Bund fordert "Umsteuern" in der Gesundheitspolitik

Caspers-Merk: In Prävention und Gesundheitsförderung investieren.

© dpa

"Wenn es Gesundheitsminister Rösler nicht gelingt, das Gesundheitswesen nachhaltig aufzustellen und in Prävention und Gesundheitsförderung zu investieren, werden wir die steigenden Kosten durch Volkskrankheiten und eine älter werdende Gesellschaft nicht schultern können", sagte Caspers-Merk am Freitag in Berlin.

Seit langem sei bekannt, dass sich Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine gesunde Lebensweise verhindern oder verzögern ließen, sagte Caspers-Merk.

Dennoch entfalle nur ein Bruchteil der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen auf Prävention und Gesundheitsförderung. Zuletzt hätten AOK, TK & Co. dafür rund 311 Millionen Euro im Jahr bereit gestellt.

Das sei zu wenig, kritisierte die Expertin, zumal sich durch Investitionen in Prävention eine hohe Summe an Geld einsparen ließe. Bis zum Jahr 2020 werde allein der Anstieg von Volkskrankheiten zu Mehrkosten von rund fünf Milliarden Euro führen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hatte zuletzt erklärt, die Prävention stärker in Arztpraxen ansiedeln und Haus- wie auch Kinderärzte für entsprechende Leistungen besser vergüten zu wollen.

Experten hatten diese Überlegung als zu "kurz gesprungen" und "untauglich" zurückgewiesen, da die Arztpraxis sei nicht der geeignete Ort für Prävention sei.

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