Ärzte Zeitung online, 21.01.2011

FDP-Vorschlag: MRSA-Risikogruppen eng überwachen

BERLIN (dpa). Patienten mit Risiko für bestimmte MRSA-Infektionen sollen nach einem Vorstoß aus der FDP in Zukunft grundsätzlich untersucht werden. Bei einer Klinikeinweisung sollten sie etwa im Falle eines Erregerfunds stets isoliert und sorgfältig behandelt werden.

"Viele Menschen haben diese Keime auf der Haut, doch zur Gefahr werden sie erst bei den Kranken und Schwachen", erklärten die FDP-Abgeordneten Jens Ackermann und Lars Lindemann am Freitag in Berlin.

Zunächst sollten Risikogruppen definiert werden. Die Untersuchung auf solche Keime sollten dann in der Regel die Hausärzte machen.

Nur das vorgeschlagene Verfahren könne die Gefahr bannen, dass in Kliniken eingeschleppte Keime andere Patienten gefährden. Notfallpatienten sollten weiter ohne Vorlauf im Krankenhaus behandelt werden.

Auch in einem anderen Punkt gehen die beiden Mitglieder des Gesundheitsausschusses über Eckpunkte der Unions- und FDP-Fraktion für mehr Klinikhygiene hinaus.

Sie wollen eine bundeseinheitliche Hygieneverordnung. Die bisherigen Pläne sehen eine Gesetzesänderung vor, die lediglich den Ländern den Erlass eigener Hygieneverordnungen erleichtern soll.

Darin sollen etwa spezielle Beauftragte in Kliniken für regelmäßige Desinfektionen von Händen und Ablagen vorgeschrieben werden. Bis zu 15.000 Menschen sterben nach Koalitionsangaben jährlich bundesweit an nosokomialen Infektkionen.

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[21.01.2011, 17:51:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
FDP-MRSA-Experten - Dilettanten, olé!
Jens Ackermann, MdB, Rettungsassistent, Abgeordneter und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Rettungsdienste und FDP-MdB Lars Lindemann Anwalt, Sie sind mir ja ein schönes Therapeuten-Team. Wohl durch die Heilpraktiker-Prüfung gefallen?

Bei einer Klinikeinweisung werden a l l e Patienten/-innen untersucht und im Fall eines MRSA-Erregerfundes grundsätzlich isoliert und sorgfältig behandelt. Selbst in Pflegeheimen wird die Isolierung fortgeführt. Das ist "state of the art", falls Sie wissen, was das ist.

Und wenn Sie glauben, vornehmste Aufgabe "spezieller" (Hygiene-) "Beauftragter in Kliniken" sei nur, "für regelmäßige Desinfektionen von Händen und Ablagen" wie "vorgeschrieben" zu sorgen, dann irren Sie gewaltig und offenbaren profundes Unwissen. Hygienebeauftragte sind auch ohne "bundeseinheitliche Hygieneverordnung" vom Klinikparkplatz bis zum Schornstein für a l l e Belange der Krankenhaushygiene bei Gebäude, Personal und Logistik zuständig. Da gibt es zu wenig ausgebildetes Fachpersonal und das wird nicht durch Verordnungen gewonnen, sondern durch Motivation, Ausbildung, Inspiration und Institutionalisierung.

Dazu braucht es aber nicht Sie, die zwei "MRSA-Hygiene-Ritter von der traurigen Gestalt", frei nach Miguel de Cervantes vom Beginn des 17. Jahrhunderts.
Mit freundlichen, kollegialen Grüßen, T. G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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