Ärzte Zeitung, 31.01.2011

Kommentar

Politik für die Schwächsten

Von Christiane Badenberg

Kevin, Lea, Sophie - hinter diesen Namen, die in den vergangenen Jahren durch die Medien gingen, verbergen sich furchtbare Schicksale vernachlässigter und misshandelter Kinder. Sie und viele andere Kinder mussten die Unfähigkeit oder das Desinteresse ihrer Eltern, aber auch ihres Umfeldes mit dem Leben bezahlen. Ein früheres Einschreiten, zum Beispiel der Jugendämter, hätte vielleicht auch diese Kinder retten können.

Einen guten Weg weist hier das Landeskinderschutzgesetz in Rheinland-Pfalz. Seitdem nachgeprüft wird, ob ein Kind zu den Früherkennungsuntersuchungen gebracht wurde, hat sich die Teilnahmequote deutlich erhöht. 1600-mal musste sich das Jugendamt um hartnäckige Verweigerer kümmern.

360-mal konnte Familien Unterstützung angeboten werden, 63-mal gab es konkrete Hinweise darauf, dass Kinder vernachlässigt wurden. Auf viele dieser Kinder wäre das Jugendamt ohne die Hinweise durch Pädiater und Gesundheitsämter vermutlich nicht aufmerksam geworden.

Häufig wird über Politiker und ihre Unfähigkeit lamentiert. Doch hier zeigt sich, dass politische Entschlossenheit, Kreativität und Durchsetzungswille positive Auswirkungen haben können. Auch für die Schwächsten unter uns.

Lesen Sie dazu auch:
Rheinland-Pfalz: Fast jedes Kind kommt zur Vorsorge
Rheinland-Pfalz: Regionale Unterschiede bei U1 bis U9

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