Ärzte Zeitung, 23.02.2011

Kommentar

Noch Potenziale zur Verbesserung

Von Ilse Schlingensiepen

Als die rot-grüne Bundesregierung 2002 die Disease Management Programme (DMP) auf den Weg brachte, wurde sie von einem Teil der Ärzteschaft heftig kritisiert. Von Kochbuchmedizin war die Rede, einer Bevormundung der niedergelassenen Ärzte und unnötigem bürokratischem Aufwand, der die Ärzte belastet, aber der Versorgung nichts bringt.

Inzwischen sind die Programme für chronisch Kranke Bestandteil der Versorgung und viele Kritiker verstummt. Das liegt nicht nur daran, dass sie die DMP-Vergütung nicht mehr missen möchten. Auch bessere Behandlungsergebnisse, wie sie etwa der DMP-Qualitätsbericht der KV Nordrhein zeigt, tragen das Ihre dazu bei.

In Nordrhein sind bislang 13 Millionen Behandlungsdaten ausgewertet worden. Bei jeder chronischen Erkrankung, für die es ein DMP gibt, hat sich danach die Qualität der Versorgung verbessert, sagt der KVNo-Vorsitzende Dr. Peter Potthoff - früher selbst einer der Kritiker.

Die Erfolge bedeuten aber nicht, dass die DMP nicht noch besser werden können. Nach wie vor stöhnen Ärzte über die Bürokratie und unflexible Vorgaben, die der Versorgungsrealität nicht entsprechen. Das Potenzial der DMP ist noch nicht ausgeschöpft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »