Ärzte Zeitung online, 23.03.2011

Trauma-Ambulanzen sollen Opfern von Kriminalität helfen

MAINZ (dpa). Opfern von Verbrechen soll künftig besser und schneller geholfen werden. Dafür will der Opferhilfeverein "Weißer Ring" mehr Trauma-Ambulanzen in Deutschland schaffen. Dies kündigte die Organisation am Dienstag zum "Tag der Kriminalitätsopfer" in Mainz an.

Bisher gebe es lediglich in Nordrhein-Westfalen eine flächendeckende Versorgung mit Trauma-Ambulanzen - weitere Bundesländer sollten dem Beispiel folgen.

Bayern, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz seien mit Pilotprojekten und Initiativen "auf einem guten Weg". Die Finanzierung der Ambulanzen regle sich über das Opferentschädigungsgesetz.

Die Bundesvorsitzende des "Weißen Rings", Roswitha Müller-Piepenkötter, erklärte, die Trauma-Ambulanzen sollten ein "neues Gleichgewicht" für die Kriminalitätsopfer schaffen, da diese "alle bis dahin geltenden Sicherheiten" verlören.

Die Hälfte aller Vergewaltigungsopfer leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Psychologe Manfred Kiesling unterstrich die Bedeutsamkeit von schneller Hilfe, da diese verhindern könne, dass Traumafolgen chronisch werden. Der Opferhilfeverein "Weißer Ring" unterstützt seit 1976 Verbrechensopfer und hilft bei der Verhinderung von Straftaten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Epileptiker haben hohe Überdosisgefahr

Die Gefahr, an einer Medikamentenüberdosis zu sterben, ist bei Epilepsiekranken fünffach erhöht, so eine Studie. Doch es ist anders, als auf den ersten Blick gedacht: Schuld sind meist nicht die Antikonvulsiva. mehr »

Zehntausende Arztpraxen nicht ohne Barrieren zu erreichen

Nur ein Drittel der Arztpraxen in Deutschland gelten – auch nur zum Teil – als barrierefrei. Das schränke die freie Arztwahl körperlich beeinträchtigter Menschen ein, moniert die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann. mehr »

Nichtstun ist gefährlich für Patientendaten

Nur noch wenige Tage, dann tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Grund genug auch für Ärzte, sich die Prozesse der Datenverarbeitung anzuschauen und auf Sicherheit abzuklopfen. mehr »