Ärzte Zeitung, 27.03.2011

Jedes achte Kind lebt mit hohem Gesundheitsrisiko

Schlechter Sozialstatus der Eltern ist ein Risiko für die Kindergesundheit.

BERLIN (ami). Jedes neunte Kind in Berlin bringt zu viele Kilos auf die Waage. Das ist ein Ergebnis des Kindergesundheitsberichts der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung.

"Die Daten zeigen, dass bereits im Vorschulalter bei einem Teil der Kinder Probleme auftreten, die ihre gesundheitliche Entwicklung und einen erfolgreichen Start in die Schule gefährden können. Prävention muss daher früh ansetzen", sagte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke).

Laut Bericht weisen 13 Prozent der Kinder Entwicklungsauffälligkeiten in mindestens zwei der vier Bereiche Körperkoordination, Auge-Hand-Koordination, schlussfolgerndes Denken und Sprache auf - und haben damit ein hohes Gesundheitsrisiko. Bei neun Prozent wurde ein erhöhtes gesundheitliches Risikoverhalten hinsichtlich Rauchen, Fernsehkonsum, Zahnstatus und Impfstatus festgestellt.

Knapp zwei Drittel der Kinder sind nicht oder nur vereinzelt von gesundheitlichen Risiken betroffen. Datenbasis waren die Einschulungsuntersuchungen aus den Jahren 2007 und 2008 mit mehr als 52 000 Vorschulkindern.

Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf dem Zusammenhang zwischen Sozialstatus und Kindergesundheit. Ausbildung, Schulabschluss und Berufstätigkeit der Eltern haben demnach maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder. Negativ wirken sich unzureichende Deutschkenntnisse aus. Die Familienform hat wenig Einfluss.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »