Ärzte Zeitung online, 07.04.2011

Arbeitnehmer fehlen immer öfter wegen psychischer Probleme

BERLIN (dpa). Arbeitnehmer melden sich immer öfter wegen psychischer Probleme krank. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), nachdem sie Daten der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2010 ausgewertet hat.

Demnach seien inzwischen zwölf Prozent aller Krankheitstage auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, teilte die BPtK mit. In den vergangenen zehn Jahren ist diese Zahl den Berechnungen nach kontinuierlich angestiegen.

"Psychische Erkrankungen haben sich zu einer gravierenden finanziellen Belastung für Wirtschaft und Sozialversicherung entwickelt", sagte BPtK-Präsident Professor Rainer Richter. Sie würden häufig zu spät erkannt und behandelt, auch weil psychotherapeutische Behandlungsplätze fehlten.

Nur 1,5 Millionen Behandlungsplätze in Deutschland

In Deutschland erkranken laut BPtK jährlich mindestens fünf Millionen Menschen an einer schweren psychischen Krankheit.

Dem stünden höchstens 1,5 Millionen psychotherapeutische Behandlungsplätze im ambulanten und stationären Bereich gegenüber.

Lesen Sie dazu auch:
Langeweile im Job kann psychisch krank machen
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