Ärzte Zeitung, 14.04.2011

Koalition klebt am Leitbild des romantischen Landarztes

Medizinische Versorgungszentren sehen ihr Potenzial als unterbewertet an

BERLIN (HL). Die Einschränkungen für Medizinische Versorgungszentren sind im Eckpunktepapier der Koalition zwar nicht so restriktiv ausgefallen, wie von der KBV gefordert. Dennoch bewertet der Bundesverband MVZ die geplanten neuen Rahmenbedingungen als kontraproduktiv, um Versorgungslücken zu verhindern.

Koalition klebt am Leitbild des romantischen Landarztes

In einer Stellungnahme zum Eckpunktepapier wirft der Bundesverband MVZ den Koalitions-Gesundheitspolitikern vor, "überkommene ideologische Vorbehalte" gegen nicht vertragsärztliche geführte MVZ zu pflegen, obwohl diese nach Erkenntnissen der Bundesregierung keinen sachlichen Grund haben.

Um Versorgungsungleichgewichte und Unterversorgung auf dem Land zu verhindern, müsse aber das "romantische Festhalten am Leitbild des einzeln tätigen Landarztes ... überwunden werden".

Notwendig sei eine bewusste Entscheidung für größere Organisationsformen in Versorgungsnetzwerken aus MVZ, Ärztenetzen und Kooperationen mit Kliniken.

Nicht Einzelpraxen, sondern zentral organisierte MVZ, die dezentral agieren, könnten mit mobilen fachübergreifenden Praxen in unterversorgten Regionen arbeiten.

Der Bundesverband MVZ fordert daher, die Diskriminierung aufzugeben. Die Vergütungsbedingungen müssten stabilisiert werden. Die Sicherstellung der ärztlichen Entscheidungsfreiheit in der konkreten Patientenversorgung müsse bei allen Überlegungen prioritär berücksichtigt werden.

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (78786)
Organisationen
KBV (6982)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »