Ärzte Zeitung, 29.04.2011

Bürger bitten Giftnotruf der Uni Mainz häufiger um Rat

WIESBADEN (ine). Mehr Beratungen verzeichnet die Giftinformationszentrale für die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen. Im Jahr 2010 wurden fünf Prozent mehr Beratungen im Vergleich zum Vorjahr gemacht, heißt es in einer Mitteilung des hessischen Sozialministeriums in Wiesbaden.

Insgesamt verzeichnete die Zentrale, die zum Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz gehört, 32.000 Anrufe. Finanziert wird der Giftnotruf zu gleichen Teilen von den beiden Ländern. In diesem Jahr beläuft sich der Betrag je Land auf 400.000 Euro.

Zu den Ratsuchenden zählen Laien, Klinik- und Notärzte, niedergelassene Ärzte sowie Gesundheitsinstitutionen und Behörden. Bei mehr als 90 Prozent aller Anrufe handelt es sich um einen vermuteten oder tatsächlichen Vergiftungsfall.

Zu 65 Prozent geschehen die Unfälle versehentlich. An zweiter Stelle folgen Suizidversuche mit 25 Prozent, an dritter Stelle stehen Vergiftungsfälle, die durch Suchtverhalten ausgelöst wurden.

2010 waren bei 45 Prozent aller Anfragen Erwachsene von den Vergiftungen betroffen und zu 32 Prozent Kleinkinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Meist handelt es sich bei den Kindern um Vergiftungen durch Haushaltsprodukte, Pflanzen, Pilze oder Medikamente, die irrtümlich eingenommen wurden.

Das Giftinformationszentrum in Mainz besteht seit 47 Jahren. Die Beratungen erfolgen dort durch speziell geschulte Ärzte mit Unterstützung von Chemikern und Biologen.

www.giftinfo.uni-mainz.de

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (80558)
Organisationen
Uni Mainz (370)
Krankheiten
Mykosen (463)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »