Ärzte Zeitung online, 10.05.2011

Daniel Bahr folgt Rösler als Gesundheitsminister

Personalrochade an der FDP-Spitze führt zur Kabinettsumbildung

BERLIN (fst). Das Gesundheitsministerium wird mit dem bisherigen Parlamentarischen Staatssekretär Daniel Bahr einen neuen Chef bekommen.

FDP-AH.jpg

Der Gesundheitsminister und sein Nachfolger: Philipp Rösler übergibt den Stab an Daniel Bahr.

© dpa

Nach wochenlangen Machtkämpfen hat sich die FDP auf eine Neuverteilung von Spitzenämtern geeinigt. Danach übergibt der designierte Parteichef Philipp Rösler das Amt des Gesundheitsministers an Daniel Bahr, um selber das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen.

Mit dem 34-jährigen Bahr folgt ein studierter Ökonom dem Arzt Rösler nach. Bahr hat nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann in Münster Volkswirtschaft studiert. Seit 2008 ist er "Master of Business Administration". Schwerpunkt des Studiums: Internationale Gesundheitspolitik und Krankenhaus-Management.

Merkel: Hilfreiche Personalentscheidungen

Mit Bahr, der seinen Wahlkreis in Münster hat, dürfte im Gesundheitsministerium politische Kontinuität gesichert sein. Schon bisher gilt der Staatssekretär in vielen Politikfeldern als rechte Hand Röslers.

Rösler gibt mit diesem Schritt das wenig Popularität versprechende Gesundheitsministerium ab und könnte als Wirtschaftsminister ein klassisches liberales Ressort leiten - wie zuvor in Niedersachsen als Landesminister. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die schnellen Personalentscheidungen als "hilfreich".

Brüderle zum Fraktionschef gewählt

Rainer Brüderle führt ab sofort die Bundestagsfraktion der FDP. Er erhielt bei seiner Wahl zum Fraktionschef 86 Stimmen. Zwei Abgeordnete votierten gegen ihn, zwei enthielten sich.

Die abgewählte Franktionschefin Birgit Homburger soll nicht leer ausgehen. Rösler kündigte an, sie zu seiner ersten Stellvertreterin machen zu wollen. 

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Philipp Rösler geht, Daniel Bahr kommt

[10.05.2011, 18:32:48]
Dr. Ralf Schrader 
Master of Business Administration
Es hätte einen, wenn auch exotischen Reiz, einmal einen Gesundheitsminister zu erleben, welcher einen mehr als marginalen Bezug zu Gesundheitspolitik in seiner Ausbildung resp. in seiner Biographie ausweist. Wenn man Gesundheitspolitik auf Gesundheitswesen und dieses wieder auf Kosten reduziert, bewegt man sich zwar noch im Spielfeld, da aber nur noch kurz vor der rechten Torlinie. Zweckmässigerweise wählt man (die Politik, nicht die Betroffenen) anscheinend jemanden, der keine Biographie hat, dann kann er weder die richtige noch die falsche haben. Bananen reifen auch erst beim Kunden.
Gibt es eigentlich noch Gesundheitspolitik und wenn nicht, was mir scheint, warum dafür eine Minesterium? Die Lobbyisten machen das Wenige, was gemacht wird, für den Staat, nicht die Patienten, gratis. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »