Ärzte Zeitung, 18.05.2011

Kommentar

Konvergenz mit Schwächen

Von Helmut Laschet

Auf eines ist bei der KBV und ihrer Vertreterversammlung Verlass: auf einen Mangel an Stetigkeit. Jetzt hat die Vertreterversammlung den Beschluss gefasst, dass von 2013 bis 2015 rund 500 Millionen Euro zwischen den KVen umverteilt werden sollen.

Das ursprüngliche Ziel, mit dieser Konvergenzphase die regionalen Umverteilungswirkungen der Reform von 2009 zu mildern, wird damit allerdings nicht erreicht. Erstens ist der Umverteilungsbetrag selbst viel zu gering; ferner ist die Richtung der künftigen Redistribution von den Honorarzuwächsen der Zukunft abhängig und nicht von den Verteilungswirkungen der 2009er Reform.

Befrachtet ist der Beschluss überdies mit widersprüchlichen Vorgaben. Das Ausmaß der Umverteilung soll durch ein "diagnosebasiertes morbiditätsspezifisches, kassenübergreifendes und patientenbezogenes Aufteilungsmodell" bestimmt werden - und überdies regionale Besonderheiten wie beispielsweise die Inanspruchnahme krankenhausersetzender Leistungen berücksichtigen.

Gleichzeitig sollen die ambulanten Kodierrichtlinien ab dem 1. Januar 2012 nur noch freiwillig angewendet werden. Damit ist neuer Streit über die Validität der Morbiditätsmessung programmiert.

Lesen Sie dazu auch:
Zickzack-Kurs in der Honorarpolitik
KBV beschließt einen Mini-Ausgleich für KVen

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (82418)
Organisationen
KBV (7285)
Personen
Helmut Laschet (1516)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »