Ärzte Zeitung online, 01.07.2011

AOK Nordost will Müttern bei Kurbeantragung helfen

BERLIN (ami). Die AOK Nordost widerspricht dem beobachteten Trend, dass die Bewilligungen für Mutter/Vater-Kind-Kuren zurückgehen würden. Die Kasse mit Versicherten in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet aber in den vergangenen drei Jahren nach eigenen Angaben einen Rückgang bei den Anträgen.

AOK Nordost will Müttern bei Kurbeantragung helfen

Damit wieder mehr Mütter mit ihren Kindern auf Kur gehen können, will die AOK Nordost die Familien bei der Beantragung unterstützen.

© dpa

Das hat die AOK Nordost zum Anlass für ein Konzept genommen, das Familien bei der Beantragung der Kuren unterstützen soll. Damit wolle die AOK Nordost "familien- und gesundheitspolitisch Zeichen setzen", sagte Kassenchef Frank Michalak.

Gemeinsam mit Versicherten will AOK Nordost geeignete Rehabilitationsmaßnahmen suchen

Im Rahmen des Projektes "Gemeinsam gesund werden" ist nach Kassenangaben eine ganzheitliche Beratung für Eltern vorgesehen, in der die AOK Nordost gemeinsam mit den Versicherten nach einer geeigneten Rehabilitationsmaßnahme und -einrichtung sucht.

Die Kasse sei "beispielhaft auf die Landesausschüsse Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern des Müttergenesungswerks zugegangen", teilte sie mit.

Nun ist eine Absichtserklärung geplant, die die Zusammenarbeit mit dem Müttergenesungswerk in Berlin und Brandenburg regeln soll. Vorgesehen seien unter anderem jährliche Schulungen der Mitarbeiter in den Beratungsstellen des Müttergenesungswerkes, "um das Antragsprozedere zu erleichtern und Entscheidungen transparenter werden zu lassen", so die AOK Nordost.

Müttergenesungswerk begrüßt die Initiative, zweifelt aber die Zahlen an

Das Müttergenesungswerk begrüßt diese Initiative einer Kasse. "Es ist grundsätzlich ein positiver erster Schritt, die Zusammenarbeit zu intensivieren", sagte die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks Anne Schilling der "Ärzte Zeitung".

Nach dem Bericht des Bundesrechnungshofes, der den Krankenkassen Eigenwilligkeiten bei der Bearbeitung der Anträge bescheinigt hat, sieht Schilling die Kassen "in der Verantwortung, etwas zu tun".

Schilling meldet allerdings Zweifel an den Zahlen der AOK Nordost an. Die Kasse gibt an, sie habe im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Euro in diese Pflichtleistungen investiert und bei rund 80 Prozent der Anträge die Kosten übernommen.

Das Müttergenesungswerk hat laut Schilling dagegen in einer Stichprobe in seinen Beratungsstellen eine Ablehnungsquote von 36 Prozent für die Versicherten dieser Kasse registriert.

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