Ärzte Zeitung online, 03.07.2011

Beck befürchtet "deutliche Lücken" beim Freiwilligendienst

MAINZ/BERLIN (dpa). Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) befürchtet "deutliche Lücken" bei der Kranken- und Altenpflege, weil das Interesse am neuen Bundesfreiwilligendienst zu wünschen übrig lässt.

"Am Schlimmsten wird die Situation für Menschen, die eine persönliche Betreuung brauchen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, rechnet dagegen nicht mit personellen Engpässen nach dem Ende des Zivildienstes.

"Wir sind nach wie vor optimistisch, dass der Bundesfreiwilligendienst mittelfristig zum Erfolg werden kann", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht war am Freitag der bisherige Zivildienst von einem Bundesfreiwilligendienst abgelöst worden, für den bisher erst gut 3000 junge Leute neuverpflichtet werden konnten.

Im kommenden Jahr soll es nach den Vorstellungen des Familienministeriums 35.000 sogenannte Bufdis geben.

Beck will Werbekampagne

Beck forderte eine bundesweite Werbekampagne für den neuen Freiwilligendienst. "Wir müssen den jungen Menschen deutlich machen, was sie neben dem ideellen Wert an materiellem Vorteil haben", sagte er.

Vorher müssten aber endlich Anreize wie die Anrechnung des Dienstes als Praxissemester oder eine kürzere Wartezeit vor einem ein Studium geboten werden.

Seiters räumte ein, das Rote Kreuz hätte sich mehr Zeit zum Umsteuern vom Zivil- auf den Freiwilligendienst gewünscht.

"Aber die Werbung kommt jetzt auf Touren, und das Interesse am Bundesfreiwilligendienst wächst." Dieser müsse aber noch bekannter werden und die Angebote müssten in den Lebensalltag der Interessenten passen.

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