Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Partikeltherapie in Marburg "technisch nicht möglich"

MARBURG (coo). Im Marburger Partikeltherapiezentrum ist nach Überzeugung des Krankenhausbetreibers Rhön "ein klinischer Dauerbetrieb derzeit technisch nicht möglich".

Das betonte Rhön-Sprecher Hans-Jürgen Heck. In der vergangenen Woche hatte der Klinikbetreiber das 120-Millionen-Euro-Projekt auf den Marburger Lahnbergen gestoppt.

Die bereits vorhandene Technik wurde an die Siemens AG - dem zweiten Projektpartner - übergeben. Die Anlage soll nun ausschließlich der Forschung dienen.

Siemens erklärte: "Im Verlauf der Entwicklungsarbeit haben wir festgestellt, dass wir bei der wirtschaftlichen Umsetzung dieser Technologie in der Breitenversorgung zu ambitioniert waren." Ursprünglich sollten in den nächsten Monaten die ersten Krebspatienten behandelt werden.

SPD fordert Investitionsgelder zurück

Heck widersprach der Behauptung des hessischen SPD-Gesundheitsexperten Dr. Thomas Spies, wonach der Betrieb der Anlage nur eine ökonomische Frage der Gewinnerwartung sei.

"Das entbehrt jeder Grundlage", sagte Heck: "Wir hätten unsere Patienten gerne mit diesem neuen Verfahren behandelt. Aber die notwendigen technischen Voraussetzungen für den klinischen Routinebetrieb ließen sich nicht herstellen."

Spies wies aber auch darauf hin, dass die Investition in die Partikeltherapie Teil des Kaufpreises für das privatisierte Universitätsklinikum Marburg und Gießen war. Nun müssten die Gelder nachgefordert werden, sagt er. Das Ministerium prüft die Angelegenheit.

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