Ärzte Zeitung online, 05.08.2011

Quote für Freiwilligendienste festgelegt

BERLIN (dpa). Bundesfamilienministerium und Wohlfahrtsverbände haben sich im Streit um eine Quote für den neuen Bundesfreiwilligendienst geeinigt.

Sie halten ein Verhältnis von drei Plätzen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) zu zwei Plätzen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) innerhalb der nächsten acht Monate bundesweit für erreichbar, teilte das Ministerium am Donnerstag in Berlin mit.

Für das Jahr 2013 gingen sie davon aus, dass sogar ein Verhältnis von 1:1 möglich sei.

Zu wenige Interessenten für den BFD

Weil es bisher zu wenig Interessenten für den BFD gibt, das FSJ aber weiter sehr beliebt ist, hatte der Bund eine 3:2-Regelung zunächst für einzelne Träger zur Vorgabe gemacht. Das war bei den Ländern auf Widerstand gestoßen. Auch Wohlfahrtsverbände hatten sich dagegen gewehrt.

"Kein Interessent muss abgewiesen werden"

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) begrüßte die Vereinbarung. "Ich bin sehr erleichtert, dass die Anweisung des Bundesfamilienministeriums vom Tisch ist", erklärte sie.

"Kein Interessent für das Freiwillige Soziale Jahr muss abgewiesen und kein Vertrag gekündigt werden. Das Gebot der Koppelung für den einzelnen Träger ist aufgehoben."

Verhältnis von 3:2 wird erreicht

Die Verbände der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege wollen nun bis zum 31. Oktober insgesamt 8000 bis 10.000 BFD-Verträge abschließen und vorlegen, heißt es in der Vereinbarung mit dem Ministerium.

Zusammen mit den Verträgen der nicht in der Arbeitsgemeinschaft organisierten Träger und mit den absehbaren Verträgen der kommunalen Einrichtungen werde so das Verhältnis 3:2 erreicht.

Verlängerte Antragsfrist

Staatssekretär Josef Hecken sagte im Gegenzug zu, dass das Ministerium "kurzfristig den vorzeitigen Maßnahmenbeginn für 30.000 Freiwillige - mit einer verlängerten Antragsfrist bis zum 31.10.2011 - in den Formaten FSJ und FÖJ genehmigen wird".

Ein Vorschlag für die Aufteilung dieser Plätze auf die bundeszentralen Träger werde von der Bundesarbeitsgemeinschaft bis zum 15. August vorgelegt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »